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Wenn sich mein alter Computer beim Speichern irgendwelcher Dateien verschluckt und mir minutenlang statt dem Mauszeiger nur die Sanduhr zeigt, drängt sich mir immer ein etwas komisches Bild auf: Die Karrikatur eines schlaksigen Archivars mit Brille und zerzausten Haaren, dem man plötzlich aus dem Nichts einen Stapel Akten in die Hand drückt. Daraufhin rennt er einige Minuten kreuz und quer durch ein labyrinthartiges Archiv, dessen Regale bis an die Decke reichen, auf der Suche nach dem richtigen Fach. Der Staub liegt zentimeterdick – ganze Korridore, die seit langer Zeit niemand mehr betreten hat.

Meist kommt der Archivar irgendwann hechelnd und mit heraushängender Zunge wieder zurück. Heute allerdings lässt er auf sich warten…ob er sich verirrt hat? Vielleicht sollte ich mal eine Rettungsmannschaft losschicken…

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Ein wenig eingerichtet habe ich mich hier bereits, wie man vielleicht sieht. Die wichtigsten Möbel stehen schon, der Kühlschrank ist mit einigen Lebensmitteln gefüllt (…und sei es nur die Tiefkühlpizza).  Im Flur herrscht noch das reinste Chaos von all den die-müssen-auch-noch-ausgepackt-werden-Kartons und die Wände sind noch kahl, ohne Bilder, Poster oder sonstige Deko. Eigentlich ist alles noch viel zu unaufgeräumt, um jemandem die Tür zu öffnen, außer vielleicht dem Postboten. Und dennoch tue ich das, all jenen, die vielleicht zufällig hier vorbeikommen, als ob man die Tür sperrangelweit offen lassen würde. Auch für die neugierige Nachbarin von nebenan mit dem alten Dackel.

…Man sieht, ich habe eine Vorliebe für ausschweifende Metaphern, in die ich mich auch gern mal versteige. Und natürlich ist mir klar, dass sie nicht einmal richtig passt, dass es nicht dasselbe ist.

In meiner Wohnung würde ich Zeitungen auf dem Tisch liegen lassen, wenn ich weiß, dass niemand zu Besuch kommt, ich würde zu laut Musik hören und die Katzen dürften auf das Sofa. (…Und manchmal auch ins Bett. Bei Bedarf hat auch der gefährlichste Kater Augen wie ein junger Dackel.) Im Gegensatz zu einer Wohnung ist ein Blog darauf ausgerichtet, Aufmerksamkeit und Interesse zu erregen. Da lässt man nicht den leeren Joghurtbecher auf dem Tisch stehen.

Also werde ich mal aufräumen gehen…

"When you think you've seen it all...think again."
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