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An diesem Punkt scheiden sich häufig die Geister von Autoren oder solchen, die es werden wollen. Die einen schreiben überhaupt nicht, ohne sich vorher die Kopfhörer in die Lauscher zu stecken und die Musik ihrer Wahl aufzudrehen: Von beruhigendem Bach über Pop bis hin zu Heavy Metal ist da alles vertreten.

Häufig werden die Lieder auch nach der Stimmung in der jeweiligen Szene ausgewählt und sollen dadurch zusätzlich inspirieren. Mancher legt sich im Media Player extra Wiedergabelisten an: Musik für nachdenkliche Szene, Musik für traurige Szenen, Musik für gescheiterte Beziehungen, Musik für frisch Verliebte, … schließlich möchte man die gerade freigeschaufelte Zeit nicht damit verbringen, nach der passenden Musik zu suchen.

Das Lager der Still-Schreiber wendet dagegen häufig ein, man würde sich zu sehr von der Musik beeinflussen lassen, anstatt auf die eigene Kreativität zu vertrauen. Inspiration aus der Dose sozusagen. Sie bevorzugen die Stille, um die Worte fließen zu lassen.

Ich selbst kann mich nicht so recht in die ein oder andere Fraktion einordnen. Da ich beim Schreiben häufig im Wohnzimmer sitze, und sich meine Eltern dort unterhalten und der Fernseher läuft, höre ich dann beim Schreiben oft Musik. Spezielle Wiedergabelisten habe ich nicht, aber ich wähle immer englische Lieder, deren Texte ich nicht kenne, um nicht davon abgelenkt zu werden. Beim Schreiben blende ich dann ohnehin alle Geräusche aus. Meist kann ich mich hinterher nicht mal mehr erinnern, welche Lieder liefen. Die Musik dient eher dazu, dass ich nicht abgelenkt werde. Das Ganze verschwimmt sozusagen zu einem Geräusch-Einheitsbrei, der mich nicht weiter stört.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass ich mich auch in einen ruhigen Raum zurückziehen könnte. Besonders wenn ich etwas Neues anfange und mich das weiße Blatt so einschüchtert, finde ich es aber wesentlich einfacher, unter scheinbar ungünstigen Bedingungen anzufangen. Wenn ich mir alles sorgfältig vorbereite, habe ich manchmal zu hohe Erwartungen an das, was ich schreibe, und lösche und überabeite ständig…besonders bei Wettbewerben wie dem Nanowrimo ist so etwas seehr ungünstig.

Bei Kurzgeschichten allerdings, wo man beim Schreiben oft schon stärker auf die Formulierungen achtet, habe ich es auch gern mal ganz still. Besonders, wenn die Handlung noch nicht so genau geplant ist. Da ist Konzentration angesagt.

Musik geht auf jeden Fall nur mit anderen Hintergrundgeräuschen, damit sie mich nicht zu sehr ablenkt. Ansonsten mache ich sie lieber aus…

Also: Musik, solange man sie nicht verstehen kann. Ist das nun merkwürdig?

Und wie sieht es bei den anderen Schreiberlingen aus?

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"When you think you've seen it all...think again."
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